Gestern war in Hamburg lange Nacht der Museen. Ein Grund mal ein bisschen Kultur zu sich zu nehmen. Mein Plan war beim Rathauschor anzufangen und dann mal weiter zu sehen, ich bin aber ein bisschen spät von zu hause losgekommen und so konnte ich leider nur die letzten 2 Töne des Chor hören und dann war es Leider auch schon wieder zu Ende. Aber wenn man schon mal im Rathaus ist kann man da auch gleich weiter schauen. Also konnte ich bis in den großen Saal, mit eindrucksvollen Verziehrungen an Decken und Wänden, an den Wänden sind auch riesige Gemälde, die ein bisschen die Geschichte Hamburgs mit seinem Hafen darstellt. Was mich fasziniert hat war, dass da auch Gemälde vom Hafen ist, wie er jetzt aussieht, nicht wie vor 200 Jahren. Es ist auch schon ein anmutiges Gefühl die großen Treppen im Rathaus herabzugehen.
Die nächste Station war Das klingende Museum. Da kann man Musikinstrumente ausprobieren die man in einem Orchester finden kann. Und so hatte ich endlich mal die Gelegenheit einer Klarinette, in diesem Fall einer Bassklarinette ein paar Töne zu entlocken. Dann hab ich gelernt das Harfe spielen auch viel mit Fußarbeit zu tun hat und ein "Alle meine Entchen" bekomme ich hin. :) Ein Kontrabass war auch noch zum ausprobieren dabei, ein tolles Instrument.
Dann bin ich zu den Deichtorhallen, im Haus der Photographie konnte man noch ein paar tolle Fotos bestaunen, ein bisschen wie das Fotografiska in Stockholm, nur dass das viel größer ist.
Weiter ging es dann ins Zollmuseum, da konnte man sehen wie Geschmuggelt wurde bzw wird, teilweise etwas skurril und unterhaltsam. Eine Geschichte fand ich doch einprägsam. Früher auf den Butterfahrten nach Dänemark wurden immer reichlich geschmuggelt. Da es damals Hauptsächlich männliche Zöllner gab und die die Frauen nicht abtasten durften, wurden die meisten Sachen von Frauen unter ihren Röcken geschmuggelt. Die Zöllner bedienten sich daher eines Trick. Sie hatten eine Bank mit Sitzheizung und da wurden die Frauen drauf gesetzt und falls die Frauen Butter unter ihrem Rock hatten, schmolz diese mit der Zeit und die Frauen waren des Schmuggels überführt.
Dann ging es auf eine sehr lange Busfahrt auf die Elbinsel Wilhelmsburg nach Georgswerder. Da gibt es den Energieberg. Ich hatte bis Gestern keine Ahnung, was es ist und was da war, aber man lernt ja immer dazu. In den 60iger Jahren wurden diese Fläche als Deponie genutzt und nicht nur Haushaltsmüll sondern auch giftige Dioxine "entsorgt", weil wenn man etwas nicht mehr sieht ist es nicht da, nur leider ist das bekanntlich nicht der Fall. Die Dioxine gelangten in Sickerwasser. Daraufhin wurde ab 1986 der Berg saniert, er bekam den größten Regenschirm Deutschlands, das Sicker- sowie das Grundwasser werden aufgefangen und gereinigt. Der Berg hat einen Deckel bekommen, mit Windkrafträdern und einer Fotovoltaikanlage ausgestattet und bekam einen beleuchteten Horizontweg, da Hamburg ja bekanntlich flach ist und dieser Hügel sich schon Berg nennen kann, ist die Aussicht auf Hamburg grandios.
Ich fand den Abend sehr informativ und bin schon gespannt auf nächstes Jahr. Hier nun noch ein paar Bilder vom Horizontweg.
Und noch ein kleiner Beitrag am Ende, es wurden extra Shuttlebusse eingerichtet um die Besucher einfach zwischen den vielen verschiedenen Museen zu transportieren, das der Bus dann den ein oder andern Umweg fährt ist ja klar. Wenn man sich dann 30 min im Bus anhören muss, das die gute Frau nicht glaubt das der Busfahrer weiß wo er hinfährt und das das ja alles viel zu lange dauert kann sie vielleicht das nächste mal einen Blick auf die Karte werfen und schauen wo der Bus überall langfährt. Desweiteren wurde ich dann aus dem Bus geschubst weil sie offenbar Angst hatte nicht rechtzeitig aus dem Bus zu kommen, was soll das es stand eine riesige Traube von Menschen vor dem Bus, der wird schon nicht losfahren so lange sie noch drin ist. Das ist immer sehr faszinierend zu beobachten...
(c) Fotos: Katharina Veith
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